Bremen ist das einzige Land, das sein Bestattungsrecht auf zwei Gesetze verteilt — und
genau daran scheitern die meisten Übersichten im Netz. Das Bestattungsgesetz enthält keine
einzige Frist; sie stehen im Gesetz über das Leichenwesen.
Die Bestattungsfrist Bremen ergibt sich damit aus dem Landesrecht in zwei Teilen. Eine
bundesweit einheitliche Regelung gibt es nicht.
In Bremen gilt: Eine Höchstfrist für die Bestattung nennt das Gesetz nicht.
Bestattet werden darf in der Regel erst 48 Stunden nach Eintritt des Todes.Quelle Gesetz über das Leichenwesen (Bremen) vom 16.05.2017 · Stand 16.05.2017 Die Urne ist unverzüglich beizusetzen — auch hier ohne
Zahl.Quelle Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen in der Freien Hansestadt Bremen, Fassung vom 04.10.2025 · Stand 04.10.2025 Die verbreitete Angabe „10 Tage“ ist keine
Bestattungsfrist, sondern eine behördliche Auffangregel.
Bestattungsfrist Bremen: die Regelungen im Überblick
| Was | Regelung in Bremen |
|---|---|
| Frühestens | in der Regel 48 Stunden nach Eintritt des Todes; über Ausnahmen entscheidet die Behörde (§ 16 Abs. 1 Gesetz über das Leichenwesen)Quelle Gesetz über das Leichenwesen (Bremen) vom 16.05.2017 · Stand 16.05.2017 |
| Erdbestattung oder Einäscherung | keine Höchstfrist im Gesetz |
| Urnenbeisetzung | unverzüglich; keine Zahl im Gesetz (§ 4 Abs. 3 BestattG)Quelle Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen in der Freien Hansestadt Bremen, Fassung vom 04.10.2025 · Stand 04.10.2025 |
| Sargpflicht | ja; Ausnahmen aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen mit schriftlicher Verfügung, Transport bis zur Grabstelle im Sarg (§ 4 Abs. 4 BestattG)Quelle Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen in der Freien Hansestadt Bremen, Fassung vom 04.10.2025 · Stand 04.10.2025 |
| Asche ausbringen | außerhalb von Friedhöfen zulässig, soweit die Gemeinde es durch Ortsgesetz erlaubt (§ 4 Abs. 1a BestattG)Quelle Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen in der Freien Hansestadt Bremen, Fassung vom 04.10.2025 · Stand 04.10.2025 |
| Ruhezeit | Aschen 20 Jahre, Leichen 25 Jahre ab dem Tag des Ablebens; Friedhofsträger können abweichen (§ 6 Abs. 1 BestattG)Quelle Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen in der Freien Hansestadt Bremen, Fassung vom 04.10.2025 · Stand 04.10.2025 |
Warum die verbreiteten „10 Tage“ keine Frist sind
Im Gesetz über das Leichenwesen steht, dass die zuständige Behörde die Bestattung
spätestens zehn Tage nach Einlieferung veranlasst, wenn für eine in eine Leichenhalle
eingelieferte Leiche kein Bestattungsantrag gestellt wird.Quelle Gesetz über das Leichenwesen (Bremen) vom 16.05.2017 · Stand 16.05.2017 Das ist eine Zuständigkeitsregel für den Fall, dass sich
niemand kümmert — keine Frist, die Angehörige einhalten müssten.
Dieselbe Verwechslung gibt es in Hamburg, wo eine Anzeigepflicht als Frist ausgegeben
wird. Für Angehörige ist der Unterschied praktisch bedeutsam: In Bremen entsteht kein
Zeitdruck aus einer Höchstfrist, sondern nur aus der Belegung des Friedhofs und aus der
Pflicht, den Sterbefall beim Standesamt anzuzeigen.
Was sich zuletzt geändert hat
Die Novelle vom 16.09.2025 ist seit dem 04.10.2025 in Kraft. Sie hat mehrere
Paragrafen neu gefasst und die Regeln für das Ausbringen der Asche außerhalb von
Friedhöfen präzisiert.Quelle Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen in der Freien Hansestadt Bremen, Fassung vom 04.10.2025 · Stand 04.10.2025 Voraussetzung sind ein letzter
Hauptwohnsitz im Land Bremen, eine schriftliche Verfügung mit bestimmtem Ort und eine
benannte Person für die Totenfürsorge; bei privatem Grund kommen die Zustimmung des
Eigentümers und die Unentgeltlichkeit hinzu. Nach der Ausbringung ist binnen zwei Wochen
eidesstattlich zu versichern, dass sie der Zustimmung entsprach.
Eine Bremer Besonderheit steht ebenfalls im Gesetz: Auf Wunsch der verstorbenen Person
darf eine Urne mit der Asche eines Haustieres dem Grab beigegeben werden.Quelle Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen in der Freien Hansestadt Bremen, Fassung vom 04.10.2025 · Stand 04.10.2025
Warum es diese Fristen überhaupt gibt
Die Mindestfrist am Anfang dient dem Ausschluss eines Scheintods und der sicheren
Feststellung der Todesursache. Eine Höchstfrist wäre Gefahrenabwehr — sie soll
verhindern, dass ein Leichnam über längere Zeit unbestattet bleibt. Bremen löst diesen
Zweck nicht über eine Frist für Angehörige, sondern über die behördliche
Ersatzzuständigkeit.
Sarg, Asche und Friedhofszwang
Zur Sargpflicht gilt in Bremen eine Besonderheit:
Ausnahmen sind nicht nur aus religiösen, sondern auch aus weltanschaulichen Gründen
möglich, wenn eine schriftliche Verfügung vorliegt. Der Transport bis zur Grabstelle muss
dennoch im Sarg erfolgen.Quelle Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen in der Freien Hansestadt Bremen, Fassung vom 04.10.2025 · Stand 04.10.2025
Der Friedhofszwang ist in Bremen weiter gelockert
als in den meisten Ländern — außerhalb von Friedhöfen sind Erdbestattungen aber
weiterhin nicht zulässig, Feuerbestattungen nur als Seebestattung.
Was Angehörige praktisch beachten sollten
Maßgeblich ist in der Regel das Land, in dem der Sterbefall eingetreten ist — nicht der
Wohnort der Angehörigen. Neben dem Landesrecht gilt immer die
Friedhofssatzung vor Ort; sie kann enger sein als
das Gesetz. Das Friedhofs- und Bestattungswesen ist in Bremen ausdrücklich
Selbstverwaltungsangelegenheit der Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven, die Ortsgesetze
erlassen.Quelle Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen in der Freien Hansestadt Bremen, Fassung vom 04.10.2025 · Stand 04.10.2025
Häufige Fragen
Wie lange ist die Bestattungsfrist Bremen? Das Gesetz nennt keine
Höchstfrist. Zeitdruck entsteht in Bremen aus der Terminvergabe des Friedhofs, nicht aus
einer gesetzlichen Frist.
Wie lange darf die Urne beim Bestatter bleiben? Das Gesetz verlangt
eine unverzügliche Beisetzung, ohne eine Zahl zu nennen.Quelle Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen in der Freien Hansestadt Bremen, Fassung vom 04.10.2025 · Stand 04.10.2025 Eine feste Zahl von Wochen oder Monaten lässt sich daraus
nicht ableiten.
Darf Asche in Bremen verstreut werden? Ja, sofern die Gemeinde es durch
Ortsgesetz zulässt und die Voraussetzungen erfüllt sind — darunter der letzte Hauptwohnsitz
im Land Bremen und eine schriftliche Verfügung.Quelle Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen in der Freien Hansestadt Bremen, Fassung vom 04.10.2025 · Stand 04.10.2025
Was passiert, wenn sich niemand um die Bestattung kümmert? Dann
veranlasst die Behörde sie spätestens zehn Tage nach Einlieferung in eine
Leichenhalle.Quelle Gesetz über das Leichenwesen (Bremen) vom 16.05.2017 · Stand 16.05.2017 Die Kosten trägt anschließend die
bestattungspflichtige Person, mehr dazu unter
Bestattungspflicht.
Quellen
- Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen in der Freien Hansestadt Bremen,
Fassung vom 04.10.2025, abgerufen am 30.08.2026 - Gesetz über das Leichenwesen vom 16.05.2017, abgerufen am 30.08.2026
- Ortsgesetze und Friedhofssatzungen der Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven
Maßgeblich ist der Gesetzeswortlaut zum Zeitpunkt des Sterbefalls.
Dieser Text ordnet ein und ersetzt keine Rechtsberatung. Der Vergleich aller Länder steht
unter Bestattungsfristen nach Bundesland,
die Schritte im Ablauf unter Was tun im Todesfall.