Nordrhein-Westfalen hat die großzügigsten Regelfristen unter den großen Ländern — und als eines von wenigen die Sargpflicht ganz gestrichen.
Die Bestattungsfrist Nordrhein-Westfalen ergibt sich aus dem Landesbestattungsrecht — eine bundesweit einheitliche Regelung gibt es nicht.
In Nordrhein-Westfalen gilt: Bestattung oder Einäscherung: 10 Tage. Urnenbeisetzung: 6 Wochen nach der Einäscherung. Erdbestattung frühestens 24 Stunden nach Eintritt des Todes.
Bestattungsfrist Nordrhein-Westfalen: die Regelungen im Überblick
| Was | Regelung in Nordrhein-Westfalen |
|---|---|
| Frühestens | Erdbestattung frühestens 24 Stunden nach Eintritt des Todes (§ 13 Abs. 2 BestG NRW) |
| Erdbestattung oder Einäscherung | 10 Tage für Erdbestattung und Einäscherung (§ 13 Abs. 3 BestG NRW) |
| Urnenbeisetzung | 6 Wochen nach der Einäscherung (§ 13 Abs. 3 BestG NRW) |
| Sargpflicht | keine gesetzliche Sargpflicht mehr; Paragraf 2003 gestrichen |
| Asche verstreuen | auf einem vom Friedhofsträger festgelegten Bereich zulässig (§ 15 Abs. 5, 6 BestG NRW) |
| Ruhezeit | über Friedhofssatzung |
Zehn Tage für Erdbestattung oder Einäscherung, sechs Wochen für die Urne: Das ist mehr Spielraum, als viele Angehörige vermuten. Und die Frist für die Einäscherung wurde eigens ins Gesetz aufgenommen, nachdem sie zuvor nicht ausdrücklich geregelt war.
Was bei der Bestattungsfrist Nordrhein-Westfalen besonders ist
Fristverlängerung durch die örtliche Ordnungsbehörde auf Antrag möglich
Bemerkenswert ist die Regelung zur Asche: Das Verstreuen auf einem vom Friedhofsträger festgelegten Bereich ist ausdrücklich zulässig. Das ist keine Aufhebung des Friedhofszwangs — der Bereich liegt auf dem Friedhof —, eröffnet aber eine Form, die andere Länder nicht kennen.
Was sich zuletzt geändert hat
Bestattungsfrist von 8 auf 10 Tage verlängert; Frist für die Einäscherung neu aufgenommen
Bestattungsrecht ist Ländersache nach Artikel 70 des Grundgesetzes. Seit Anfang 2025 haben mehrere Länder ihre Gesetze novelliert — Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Hessen und Sachsen-Anhalt. Wer eine Frist im Netz findet, sollte deshalb auf das Stand-Datum achten: Zahlen aus älteren Ratgebern sind in mehreren Ländern schlicht überholt.
Warum es diese Fristen überhaupt gibt
Die Mindestfrist am Anfang dient dem Ausschluss eines Scheintods und der sicheren Feststellung der Todesursache. Die Höchstfrist am Ende ist Gefahrenabwehr: Sie soll verhindern, dass ein Leichnam über längere Zeit unbestattet bleibt.
Beides erklärt, warum die Behörde bei Fristüberschreitung tätig werden kann und warum Verlängerungen begründet werden müssen — es geht nicht um Ordnungsliebe, sondern um Hygiene und öffentliche Sicherheit.
Sarg, Asche und Friedhofszwang
Zur Sargpflicht gilt in Nordrhein-Westfalen: keine gesetzliche Sargpflicht mehr; Paragraf 2003 gestrichen
Für die Asche gilt: auf einem vom Friedhofsträger festgelegten Bereich zulässig (§ 15 Abs. 5, 6 BestG NRW) Der Friedhofszwang ist Landesrecht — was hier erlaubt ist, kann im Nachbarland untersagt sein.
Was Angehörige praktisch beachten sollten
Maßgeblich ist in der Regel das Land, in dem der Sterbefall eingetreten ist — nicht der Wohnort der Angehörigen. Wer im Pflegeheim eines Nachbarlandes stirbt, fällt unter dessen Recht.
Neben dem Landesgesetz gilt immer die Friedhofssatzung vor Ort. Sie kann enger sein als das Landesrecht: Nicht jeder Friedhof bietet an, was das Gesetz erlaubt.
Verlängerungen sind möglich. Zuständig ist die untere Gesundheits- oder Ordnungsbehörde, beantragt wird über das Bestattungsunternehmen. Anerkannte Gründe sind unter anderem Angehörige im Ausland und eine Obduktion.
Häufige Fragen
Wie lange ist die Bestattungsfrist Nordrhein-Westfalen? 10 Tage für Erdbestattung und Einäscherung — gerechnet ab Eintritt des Todes.
Wie lange darf die Urne beim Bestatter bleiben? 6 Wochen nach der Einäscherung nach der Einäscherung.
Wer verlängert die Frist? Die zuständige Behörde auf Antrag, in der Regel über das Bestattungsunternehmen gestellt. Ein Anspruch besteht nicht, in der Praxis werden nachvollziehbare Gründe aber regelmässig anerkannt.
Gilt das auch, wenn die Beisetzung in einem anderen Land stattfindet? Für Bestattung und Einäscherung gilt das Recht des Sterbeortes, für die Beisetzung das Recht des Beisetzungsortes. Bei Überführungen sind also zwei Regelwerke zu beachten.
Was passiert bei Fristüberschreitung? Die Behörde kann die Bestattung anordnen und im Wege der Ersatzvornahme durchführen lassen; die Kosten trägt anschließend die bestattungspflichtige Person. Mehr dazu unter Bestattungspflicht.
Quellen
- BestG NRW, zuletzt geändert durch Artikel 71 des Gesetzes vom 01.02.2024
- Friedhofssatzungen der Kommunen in Nordrhein-Westfalen
Maßgeblich ist der Gesetzeswortlaut zum Zeitpunkt des Sterbefalls. Dieser Text ordnet ein und ersetzt keine Rechtsberatung. Der Vergleich aller Länder steht unter Bestattungsfristen nach Bundesland, die Fristen im Ablauf unter was tun im Todesfall.