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Todesfall & Fristen

Bankkonto im Todesfall: was gilt und was du zuerst tust

Das Konto wird nicht automatisch gesperrt. Was tatsächlich passiert, warum die Bestattungsrechnung direkt zur Bank gehört und was bei mehreren Erben gilt.

4 Min · zuletzt geprüft 27.08.2026 · Ariane Nagel

Leerer Warteraum einer Bank mit Stuhlreihe und Lichtreflexen auf dem Steinboden, Thema Bankkonto im Todesfall.
Mit KI erzeugtes Symbolbild

Rund ums Konto hält sich ein hartnäckiger Irrtum: Es werde nach dem Tod sofort gesperrt. Das stimmt so nicht — und was tatsächlich passiert, ist für Angehörige wichtiger.

Das Bankkonto im Todesfall wird nicht automatisch geschlossen. Es läuft weiter, Daueraufträge und Lastschriften ebenfalls. Was endet, ist die Verfügungsbefugnis: Ohne Vollmacht über den Tod hinaus darf niemand mehr verfügen, bis die Erben nachgewiesen sind.

Was tatsächlich geschieht

Erfährt die Bank vom Tod, vermerkt sie ihn im Konto. Der Vertrag endet damit nicht — er geht auf die Erben über. Eingänge wie Rente oder Gehalt kommen weiter an, Abbuchungen laufen weiter.

Was entfällt, sind Kontovollmachten, die ausdrücklich nur zu Lebzeiten gelten. Eine Vollmacht über den Tod hinaus bleibt dagegen wirksam, bis die Erben sie widerrufen — das ist der praktisch wichtigste Unterschied.

Ohne solche Vollmacht verlangt die Bank einen Erbnachweis. Häufig genügt ein notarielles Testament mit Eröffnungsniederschrift; sonst der Erbschein, der Gebühren kostet und Wochen dauert.

Was du sofort tun solltest

Bestattungsrechnung direkt vorlegen. Viele Banken begleichen sie unmittelbar aus dem Guthaben, auch ohne Erbnachweis. Reich sie zusammen mit der Sterbeurkunde ein, statt sie selbst zu bezahlen und später Erstattung zu verlangen.

Rente nicht anfassen. Beträge für die Zeit nach dem Tod werden zurückgefordert, auch von Personen, die verfügt haben. Einzelheiten unter Rentenüberzahlung.

Abbuchungen sichten. Die Kontoauszüge des letzten Jahres zeigen jeden laufenden Vertrag — das ist die zuverlässigste Liste, die es gibt.

Nichts kündigen, was weiterlaufen muss. Strom, Wasser und Gebäudeversicherung bleiben, solange die Wohnung nicht übergeben ist.

Wenn mehrere erben

Dann gehört das Konto der Erbengemeinschaft, und Verfügungen sind nur gemeinsam möglich. Praktisch bedeutet das: Alle Erben müssen unterschreiben oder einen von ihnen bevollmächtigen.

Das ist der häufigste Grund, warum Bestattungsrechnungen liegen bleiben. Klärt früh, wer gegenüber der Bank auftritt, und lasst euch das schriftlich geben.

Gemeinschaftskonten

Bei einem Oder-Konto kann der überlebende Partner weiter allein verfügen — das Konto läuft ohne Unterbrechung. Der Anteil des Verstorbenen gehört gleichwohl zum Nachlass.

Bei einem Und-Konto ist eine Verfügung nur gemeinsam möglich; nach dem Tod also nur mit allen Erben. Wer ein solches Konto führt, sollte das zu Lebzeiten bedenken.

Was mit dem Konto am Ende geschieht

Nach dem Erbnachweis können die Erben es auflösen oder umschreiben lassen. Vorher lohnt ein Blick auf laufende Verträge: Ein zu früh geschlossenes Konto führt zu Rücklastschriften und Mahnungen bei Anbietern, die noch nicht gekündigt sind.

Sinnvolle Reihenfolge: Verträge kündigen, Eingänge umleiten, letzte Abbuchungen abwarten, dann schließen. Was sonst ansteht, steht unter was tun im Todesfall.

Der Fehler, der Angehörige teuer zu stehen kommt

Wer ohne Vollmacht Geld abhebt, weil „das ja ohnehin an uns fällt“, haftet dafür — auch dann, wenn das Geld für die Bestattung verwendet wurde. Gegenüber Miterben ist jede Verfügung abzurechnen, gegenüber Rentenversicherung und Gläubigern kann sie zurückgefordert werden.

Der sichere Weg führt über die Bank selbst: Rechnungen einreichen statt bar bezahlen. Was das Institut direkt aus dem Guthaben begleicht, ist sauber dokumentiert und muss später nicht erklärt werden.

Wenn kein Guthaben da ist

Dann ist die Frage nicht, wie man an das Konto kommt, sondern wer die Bestattung zahlt. Reicht der Nachlass nicht und ist die Kostentragung unzumutbar, kommt die Übernahme durch den Sozialhilfeträger in Betracht — siehe wer zahlt die Bestattung.

Wichtig ist auch hier die Reihenfolge: erst den Antrag klären, dann beauftragen. Und nichts aus eigener Tasche vorstrecken, solange die Erbfrage offen ist — mehr unter überschuldeter Nachlass.

Häufige Fragen

Wird das Konto gesperrt? Nicht automatisch. Es endet die Verfügungsbefugnis ohne Vollmacht oder Erbnachweis.

Darf ich als Bevollmächtigter noch abheben? Nur mit Vollmacht über den Tod hinaus — und auch dann nicht für eigene Zwecke. Verfügungen sind gegenüber den Erben abzurechnen.

Wer meldet den Todesfall der Bank? Die Angehörigen. Banken erfahren es nicht automatisch.

Was ist mit dem Schliessfach? Zugang gibt es in der Regel nur mit Erbnachweis; teils wird ein Verzeichnis des Inhalts erstellt.

Die Handhabung unterscheidet sich zwischen Instituten. Frag im Zweifel schriftlich an und heb die Antwort auf.