Das Sterbebild ist die kleinste Trauerdrucksache — und in manchen Regionen die, die am längsten aufbewahrt wird.
Ein Sterbebild, auch Totenzettel oder Sterbebildchen, ist eine kleine Karte mit Foto, Namen, Lebensdaten und einem kurzen Text. Sie wird bei der Trauerfeier verteilt. Verbreitet ist der Brauch vor allem im katholisch geprägten Süden und Westen, in Österreich und in Teilen der Schweiz.
Was darauf steht
| Seite | Üblicher Inhalt |
|---|---|
| Vorderseite | Foto, Name, Geburts- und Sterbedatum |
| Rückseite | kurzer Text, Vers oder Gebet, Dank der Familie |
| optional | Ort der Beisetzung, Symbol, Lebensmotto |
Das Foto ist der Teil, über den Familien am längsten sprechen. Nimm eines, auf dem die Person so aussieht, wie sie in Erinnerung bleiben soll — nicht das jüngste und nicht das feierlichste.
Wer sie bekommt
Verteilt werden Sterbebilder bei der Trauerfeier, häufig am Ausgang oder auf den Bänken. Wer nicht kommen konnte, erhält sie später mit der Danksagung.
Rechne großzügiger, als du denkst: Viele Angehörige geben Bilder an Bekannte weiter, und Nachdrucke kosten unverhältnismässig viel. Die Auflage lässt sich beim ersten Auftrag ohne großen Aufpreis erhöhen.
In einigen Regionen werden Sterbebilder gesammelt und in Gebetbüchern aufbewahrt — dort sind sie über Generationen hinweg ein Familienarchiv.
Der Text
Üblich sind wenige Zeilen: ein Vers, ein Gebet, ein Dank. Persönlicher wirkt ein Satz, der zur Person gehörte — ein Motto, ein wiederkehrender Ausspruch, eine Zeile über das, was sie ausgemacht hat.
Formulierungen stehen unter Trauersprüche, religiöse Texte unter christliche Trauersprüche.
Ein Sterbebild wird gedruckt und vervielfältigt. Gedichte und Liedtexte sind bis siebzig Jahre nach dem Tod des Urhebers geschützt, moderne Bibelübersetzungen ebenfalls — mehr unter Bibelvers.
Herstellung und Kosten
Bestellt werden Sterbebilder in der Regel über das Bestattungsunternehmen, das mit einer Druckerei zusammenarbeitet. Möglich ist auch der direkte Weg zu einer Druckerei oder ein Onlineanbieter.
Der Preis richtet sich nach Auflage, Papier und Veredelung — Goldschnitt, Prägung, Laminierung sind Zusatzleistungen. Belastbare Durchschnittswerte liegen uns nicht vor; die Position gehört auf den Kostenvoranschlag.
Beim Zeitplan: Zwischen Freigabe und Lieferung liegen häufig einige Tage. Wer die Bilder zur Feier braucht, gibt sie als Erstes in Auftrag — noch vor der Traueranzeige.
Häufige Fragen
Braucht man ein Sterbebild? Nein. Es ist Brauch, keine Pflicht, und in vielen Regionen unüblich.
Muss ein Foto darauf? Nein. Manche Familien wählen ein Motiv statt eines Porträts — eine Landschaft, ein Symbol, etwas aus dem Leben der Person.
Kann man Sterbebilder nachbestellen? Ja, meist teuer. Lieber gleich mehr drucken.
Was ist der Unterschied zum Totenzettel? Keiner — es sind regionale Bezeichnungen für dieselbe Karte.
Was vor Ort üblich ist, weiß das Bestattungsunternehmen. Der Vergleich der Drucksachen steht unter Trauerkarte schreiben.