Grabbepflanzung ist die Entscheidung, die am längsten nachwirkt: Sie bestimmt, wie oft jemand hinfahren muss — zwanzig Jahre lang.
Wähle die Bepflanzung nach dem Pflegeaufwand, nicht nach dem Katalogbild. Bodendecker und Stauden brauchen wenig, Wechselbepflanzung dreimal im Jahr viel. Was erlaubt ist, steht in der Friedhofssatzung — auf Feldern mit Gestaltungsvorschriften ist die Auswahl eng.
Der Aufbau eines Grabes
Klassisch gliedert sich die Fläche in drei Bereiche. Die Rahmenbepflanzung aus immergrünen Bodendeckern deckt den größten Teil und hält Unkraut zurück. Die Wechselfläche vorn nimmt saisonale Blüher auf. Dazu kommen einzelne Solitärpflanzen, etwa ein kleiner Strauch neben dem Grabmal.
Je größer die Rahmenbepflanzung, desto weniger Arbeit. Wer selten hinkommt, dreht das Verhältnis um: viel Immergrün, kleine Wechselfläche — oder gar keine.
Pflanzen nach Aufwand
| Aufwand | Beispiele | Was zu bedenken ist |
|---|---|---|
| gering | Efeu, Immergrün, Waldsteinie, Dickmännchen | wächst dicht zu, kaum Unkraut, wenig gießen |
| mittel | Purpurglöckchen, Funkien, Storchschnabel, Fetthenne | Rückschnitt einmal jährlich |
| hoch | Stiefmütterchen, Begonien, Chrysanthemen, Erika | zwei- bis dreimal jährlich neu, regelmässig gießen |
Fetthenne und Storchschnabel kommen mit Trockenheit gut zurecht — auf sonnigen Feldern ohne Wasseranschluss in der Nähe ist das der entscheidende Punkt.
Der Jahreslauf
Frühjahr: Winterabdeckung entfernen, Boden lockern, Frühblüher setzen. Sommer: gießen, gießen, gießen — in Trockenphasen wöchentlich, was den Aufwand realistisch begrenzt. Herbst: Rückschnitt, Herbstbepflanzung, häufig um Allerheiligen und den Totensonntag. Winter: Abdeckung mit Reisig oder ein Gesteck.
Wer weiter weg wohnt, sollte ehrlich rechnen: Zwei Fahrten im Jahr reichen für ein Wechselbeet nicht.
Was die Satzung vorgibt
Die Friedhofssatzung regelt Höhe, teils die Artenauswahl und fast immer, was nicht erlaubt ist: Kunststoff, Kies in grösserem Umfang, Einfassungen aus bestimmten Materialien, Bäume und stark wurzelnde Gehölze.
Auf Feldern mit besonderen Gestaltungsvorschriften ist die Auswahl deutlich enger als auf Feldern ohne. Auf welchem Feld die Stelle liegt, entscheidet sich bei der Vergabe — mehr unter Grabgestaltung.
Nach einer Erdbestattung senkt sich der Boden. Die dauerhafte Bepflanzung erfolgt deshalb meist erst nach etwa einem Jahr; bis dahin genügt eine schlichte Abdeckung.
Wenn die Pflege nicht zu leisten ist
Drei Wege stehen offen. Ein Jahresvertrag mit einer Friedhofsgärtnerei, jährlich kündbar. Ein Dauergrabpflegevertrag für die gesamte Ruhezeit, abgesichert über eine Treuhandstelle — siehe Dauergrabpflege. Oder der Wechsel zu einer Grabart ohne eigene Fläche.
Der dritte Weg wird zu selten bedacht: Bei Rasengrab, Urnenwand und Gemeinschaftsanlagen übernimmt die Verwaltung die Pflege, meist enthalten in der Gebühr. Über zwanzig Jahre gerechnet ist das oft günstiger als ein bepflanztes Grab, siehe Grabpflege: Kosten.
Häufige Fragen
Was ist die pflegeleichteste Grabbepflanzung? Flächendeckendes Immergrün ohne Wechselfläche — Efeu, Dickmännchen, Waldsteinie.
Darf ich das Grab mit Kies abdecken? Häufig nur begrenzt; viele Satzungen schreiben einen Mindestanteil an Bepflanzung vor.
Wer haftet, wenn das Grab verwahrlost? Der Inhaber des Grabnutzungsrechts. Die Verwaltung kann nach Aufforderung auf dessen Kosten pflegen lassen.
Sind Grabkerzen und Figuren erlaubt? Das regelt die Satzung. Auf Rasengräbern und Gemeinschaftsanlagen werden abgelegte Gegenstände bei der Mahd entfernt.
Wann pflanzt man am besten? Für die Rahmenbepflanzung im Frühjahr oder Herbst; Wechselflorpflanzen jeweils zur Saison.
Verbindlich ist die Satzung deines Friedhofs. Eine Friedhofsgärtnerei vor Ort kennt sie im Detail.