Die Leichenstarre, medizinisch Rigor mortis, ist die Versteifung der Muskulatur nach dem Tod. Sie entsteht, weil die Muskelzellen keine Energie mehr bereitstellen können und sich die Muskelfasern nicht mehr lösen.
Der Verlauf folgt einem Muster: Sie beginnt nach einigen Stunden, erfasst zuerst kleine Muskelgruppen — Kiefer und Augenlider — und breitet sich dann aus. Nach etwa ein bis zwei Tagen löst sie sich von selbst wieder, wenn die Zersetzung einsetzt.
Für die Rechtsmedizin ist sie ein Anhaltspunkt zur Eingrenzung des Todeszeitpunkts, zusammen mit Totenflecken und Körpertemperatur. Sie ist deshalb ein Thema der Leichenschau.
Angehörige bekommen sie in der Regel nicht zu sehen. Bestattungsunternehmen richten Verstorbene her, bevor eine Aufbahrung stattfindet, und lösen die Starre dabei behutsam. Wer eine offene Abschiednahme wünscht, muss sich darüber keine Sorgen machen.
Die Zeitangaben schwanken erheblich mit Temperatur, körperlicher Anstrengung vor dem Tod und Körperbau. Feste Werte gelten deshalb nur als grobe Orientierung.
Ein praktischer Hinweis für Angehörige, die zu Hause abschiednehmen möchten: Persönliche Kleidung sollte früh übergeben werden. Ist die Starre voll ausgeprägt, wird das Ankleiden schwieriger — Bestattungsunternehmen weisen darauf hin, wenn man sie fragt.