Ein Bestattungswald ist ein forstwirtschaftlich genutztes Waldstück, das als Bestattungsplatz gewidmet wurde. Urnen werden dort an den Wurzeln von Bäumen beigesetzt — er ist neben der Seebestattung die zweite Ausnahme vom Friedhofszwang.
Betrieben werden diese Wälder teils von privaten Anbietern unter eigenen Markennamen, teils von Kommunen als Waldfriedhof. Rechtlich müssen sie in beiden Fällen als Bestattungsplatz gewidmet sein; „irgendein Wald“ genügt nicht.
Die Regeln vor Ort überraschen viele: Grabschmuck, Kerzen, Pflanzungen und Einfassungen sind in der Regel untersagt, Namensschilder nur in vorgegebener Form erlaubt. Der Wald soll Wald bleiben — genau deshalb entfallen Grabmal und Pflege.
Vor der Entscheidung sind vier Punkte zu klären: Nutzungszeit, ob der Platz für eine Person oder als Familienbaum vergeben wird, was bei Sturmschaden oder Fällung geschieht und wie die Wegeführung für gehbehinderte Angehörige ist. Der letzte Punkt wird fast immer vergessen.
Zur Beisetzungsform siehe Baumbestattung.
Kostenseitig ersetzt die Nutzungsgebühr für den Baumplatz die Friedhofsgebühr; Grabmal und Pflege entfallen. Die Ersparnis gegenüber einem Urnengrab fällt deshalb geringer aus, als die Werbung nahelegt — und die Nutzungszeiten sind oft länger, was den Betrag wieder erhöht. Lass dir die Gesamtsumme für die gesamte Laufzeit nennen, nicht den Einstiegspreis.