Bei der Baumbestattung wird die Asche in einer biologisch abbaubaren Urne an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Voraussetzung ist die Kremation; die Baumbestattung ist also keine eigene Bestattungsart, sondern eine Beisetzungsform.
Stattfinden kann sie in einem ausgewiesenen Bestattungswald oder auf einem Friedhof mit Baumfeld. Der Bestattungswald ist neben der Seebestattung die zweite Ausnahme vom Friedhofszwang.
Was dort gilt, überrascht viele: Grabschmuck, Kerzen und Pflanzungen sind in der Regel nicht erlaubt, Namensschilder nur in vorgegebener Form. Der Wald soll Wald bleiben — genau das ist der Grund, warum Grabmal und Grabpflege entfallen.
Kostenseitig ersetzt die Nutzungsgebühr des Baumplatzes die Friedhofsgebühr. Gespart werden Grabstein und laufende Pflege; die Ersparnis gegenüber einem Erdgrab ist deshalb geringer, als die Werbung oft nahelegt.
Vor der Entscheidung lohnt eine Besichtigung, auch im Winter. Und die Frage, wie weit der Weg für Angehörige ist — Bestattungswälder liegen selten um die Ecke.
Zu klären ist außerdem, ob der Platz für eine Person oder als Familienbaum vergeben wird und wie lange die Nutzungszeit läuft — üblich sind längere Zeiträume als bei Friedhofsgräbern, oft an der Standzeit des Baumes orientiert. Was passiert, wenn der Baum umstürzt oder gefällt werden muss, steht in den Bedingungen des Betreibers; frag danach, bevor du unterschreibst.
Umgangssprachlich heißt die Baumbestattung auch Waldbeerdigung. Davon zu unterscheiden ist das Baumgrab auf einem kommunalen Friedhof: Es sieht ähnlich aus, unterliegt aber der Friedhofssatzung der Gemeinde statt der Ordnung eines privaten Bestattungswaldes — mit anderen Gebühren, anderer Ruhezeit und anderen Regeln für Namensschilder.