trauer & beileid

Glossar

Pietät

Pietät bezeichnet den achtungsvollen Umgang mit Verstorbenen und Trauernden — Maßstab für Bestatter, Friedhöfe und Öffentlichkeit.

1 Min · zuletzt geprüft 26.08.2026

Pietät bezeichnet den achtungsvollen, rücksichtsvollen Umgang mit Verstorbenen und mit trauernden Angehörigen. Der Begriff stammt vom lateinischen „pietas“ — Pflichtgefühl und Ehrfurcht.

In der Praxis ist er der Maßstab für vieles, was nicht im Gesetz steht: wie ein Verstorbener transportiert und hergerichtet wird, wie auf Friedhöfen gesprochen wird, welche Musik in einer Trauerhalle möglich ist, wie über Todesfälle berichtet wird.

Rechtlich fassbar wird er an einzelnen Stellen. Das postmortale Persönlichkeitsrecht schützt Verstorbene vor Herabwürdigung, und das Landesbestattungsrecht verlangt eine würdige Behandlung. Mehrere Länder untersagen ausdrücklich das öffentliche Ausstellen von Verstorbenen.

Pietätlos ist entsprechend, was diese Rücksicht verletzt — Fotos ohne Zustimmung, Werbung am Grab, Vertreteranrufe kurz nach der Traueranzeige.

Wo die Grenze verläuft, ist Ansichtssache und ändert sich. Was heute üblich ist — Popmusik bei der Trauerfeier, bunte Kleidung, Beisetzung im Wald — galt einer Generation vorher als unpassend.