Kondolenz kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich Mitleiden. Gemeint ist der Ausdruck der Anteilnahme gegenüber den Hinterbliebenen — nicht gegenüber dem Verstorbenen.
Üblich sind drei Formen: das persönliche Wort, die Trauerkarte und der Kondolenzbesuch. Welche passt, hängt von der Nähe ab. Wer die Familie kaum kennt, schreibt; wer eng verbunden ist, meldet sich persönlich und bietet konkret Hilfe an.
Der häufigste Fehler ist nicht das falsche Wort, sondern das Ausbleiben. Viele Menschen schreiben nichts, aus Angst, etwas Unpassendes zu sagen. Für Hinterbliebene ist Schweigen aber deutlich schwerer als eine unbeholfene Karte.
Was sich beim Formulieren bewährt: benennen, was passiert ist, statt es zu umschreiben. Etwas Persönliches über den Verstorbenen sagen. Und ein konkretes Angebot machen — „Ich rufe Sonntag an“ hilft, „Melde dich, wenn du etwas brauchst“ fast nie.
Begriffe rund um Formalitäten stehen im Glossar, die Fristen nach einem Todesfall unter was tun im Todesfall.
Zum Zeitpunkt: Kondolenz ist keine Frage von Tagen. Viele melden sich in der ersten Woche, wenn ohnehin alles auf die Angehörigen einprasselt — und danach herrscht Stille. Eine Karte nach vier Wochen kommt genau dann an, wenn die Betriebsamkeit vorbei ist und der Verlust spürbar wird. Wer sich also zu spät fühlt, ist es meistens nicht.