trauer & beileid

Glossar

Anrede in der Trauerkarte

Die Anrede richtet sich an die Person, die den Verlust trägt — nicht an „die Trauerfamilie“.

1 Min · zuletzt geprüft 26.08.2026

Die Anrede ist der erste Satz, den Hinterbliebene lesen — und der häufigste Punkt, an dem eine gut gemeinte Karte distanziert wirkt.

Grundregel: Sprich die Person an, die den Verlust trägt, so wie du sie sonst ansprichst. „Liebe Anna“, „Sehr geehrte Frau Berger“. Wer sich duzt, duzt auch hier.

Mehrere Personen: Nenn sie einzeln, solange es überschaubar bleibt — „Liebe Anna, lieber Thomas“. Bei größeren Familien ist „Liebe Familie Berger“ üblich und richtig.

Was vermieden werden sollte: Formeln wie „An das Trauerhaus“ oder „An die trauernde Familie“ wirken wie ein Behördenschreiben. Sie stammen aus einer Zeit, in der Kondolenz eine gesellschaftliche Pflicht war, und lesen sich heute kalt.

Wenn du den Namen nicht kennst: „Sehr geehrte Angehörige“ ist zulässig, aber schwach. Besser ist ein kurzer Anruf beim Bestattungsunternehmen oder ein Blick in die Traueranzeige — dort stehen die Namen.

Der Schluss folgt derselben Logik: „In stiller Anteilnahme“ ist förmlich und korrekt, „Ich denke an dich“ persönlich. Beispiele stehen unter Trauerkarte: Texte.