trauer & beileid

Glossar

Trauerphasen

Trauerphasen sind Modelle, die den Verlauf von Trauer beschreiben — hilfreich zur Einordnung, aber kein Fahrplan.

1 Min · zuletzt geprüft 26.08.2026

Trauerphasen sind Modelle, die typische Verläufe von Trauer beschreiben. Bekannt sind die Modelle von Verena Kast mit vier Phasen und von Elisabeth Kübler-Ross, das ursprünglich für Sterbende entwickelt wurde und später auf Trauernde übertragen wurde.

Gemeinsam ist ihnen ein grober Bogen: erst Nicht-wahrhaben-Wollen, dann aufbrechende Gefühle, ein Suchen und Sich-Trennen, schließlich ein neuer Bezug zum Leben.

Ihr Nutzen liegt in der Einordnung. Wer weiß, dass Wut, Schuldgefühle oder ein plötzlicher Rückfall nach Monaten zum Bild gehören, erschrickt weniger über sich selbst.

Ihre Grenze ist ebenso wichtig: Trauer läuft nicht in Phasen ab, die man abhakt. Sie kommt in Wellen, überspringt Stufen, kehrt zurück. Neuere Modelle beschreiben sie deshalb eher als Pendeln zwischen Verlust und Alltag. Wer ein Modell als Fahrplan liest, gerät unter Druck, wenn er nicht dorthin kommt, wo er sein „sollte“.

Halten Beschwerden über längere Zeit an, machen den Alltag unmöglich oder verschlimmern sich, gehört das in fachliche Hände. Angebote stehen unter Trauerbegleitung.